Spitalhof Münchingen erhält Prävention-in-der-Pflege (PiP)-Siegel

Korntal-Münchingen. Zwei Jahre intensiver Arbeit, ein engagiertes Team und der feste Wille, Gesundheitsförderung mehr als nur ein Schlagwort sein zu lassen – dafür wurde das Seniorenzentrum Spitalhof Münchingen nun mit dem „Prävention in der Pflege“-Siegel (PiP) der AOK Baden-Württemberg ausgezeichnet. Das Siegel wird nur an Einrichtungen verliehen, die sich nachweislich für gesunde Strukturen im Alltag ihrer Mitarbeitenden und Bewohnenden einsetzen. Im Landkreis Ludwigsburg gehören lediglich drei Einrichtungen zu den Preisträgern – eine davon ist der Spitalhof Münchingen.

Projekt mit Breitenwirkung

Das Projekt startete am 15. März 2023 mit einem ersten Gesundheitstag für alle Mitarbeitenden. Bereits diese Auftaktveranstaltung spiegelte wider, was das Projekt in den folgenden Monaten prägen sollte: Vielschichtigkeit, ganzheitliches Denken und eine gute Portion Praxisnähe. An verschiedenen Ständen konnten sich die Mitarbeitenden u. a. zu Ernährung, Bewegung, Rückengesundheit und anderen Themen informieren und beraten lassen. Dabei wurde auch die Mitarbeitendenbefragung gestartet, deren Ergebnisse später zur Grundlage für konkrete Maßnahmen wurden.

Organisiert wurde der Tag von einer multiprofessionellen Steuerungsgruppe unter Leitung der Altenheimat Gesundheitsbeauftragten Christine Rau-Lehleuter, die über den gesamten Projektzeitraum hinweg als Herzstück des Prozesses agierte.

Zwischen Aromatherapie und Ergonomiecoaching

In den beiden Projektjahren entwickelte das Team 17 neue gesundheitsbezogene Maßnahmen, davon elf für Mitarbeitende und sechs für Bewohner*innen. Das Spektrum reichte von wöchentlichen Bewegungsangeboten und „Massage to go“ über Workshops zur Achtsamkeit bis hin zu einem Ergonomiecoaching durch externe Fachkräfte. Auch ein Caretable zur Aktivierung wurde angeschafft – ein digitales Gerät, das in Einzel- und Gruppenangeboten für Bewohnende eingesetzt wird.

Ergänzt wurde das Programm durch Ernährungsberatung, Bewegung im Freien, Angehörigenspaziergänge sowie Gesundheitsbildung mit Fokus auf Rückenbeschwerden. Eine 5-Why-Analyse und das sogenannte „logische Modellieren“ halfen, Ursachen zu analysieren und Maßnahmen strategisch zu planen. Der Leitsatz lautete dabei stets: Nicht nur reagieren, sondern vorbeugen – und zwar gemeinsam.

Beteiligung auf allen Ebenen

Sowohl Mitarbeitende aller Berufsgruppen als auch die Bewohnerinnen und Bewohner wurden aktiv in das Projekt eingebunden. In der Mitarbeitendenbefragung wurden Themen wie Pausengestaltung, Kommunikation und Arbeitsbelastung benannt – mit dem Ziel, konkrete Verbesserungen zu ermöglichen. Die Bewohner*innen äußerten u. a. Wünsche nach mehr sozialer Interaktion, Mitbestimmung und sinnstiftenden Aktivitäten. Auch diese Anregungen wurden systematisch ausgewertet und in Maßnahmen übersetzt.

Die Zusammenarbeit zwischen Pflege, Hauswirtschaft, Sozialer Betreuung und Verwaltung wurde im Projekt maßgeblich gestärkt.

„Das Projekt hat uns geholfen, unsere Kultur des guten Miteinanders weiterzuentwickeln“, resümiert Verbundleiterin Patricia O’Rourke.

Anerkennung auf Vorstandsebene

Auch Gabriele Blume, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Evangelische Altenheimat, zeigte sich beeindruckt vom Engagement:

„Mit viel Engagement, Zeit und Durchhaltevermögen haben Sie etwas geschaffen, was Sie als Einrichtung auszeichnet. Bewohner*innen und Mitarbeitende haben gleichermaßen profitiert.“

Blume würdigte insbesondere die Zusatzleistung des Steuerungskreises, die über das normale Tagesgeschäft hinausging, und sprach von einem „beachtenswerten Erfolg“.

Verstetigung geplant

Trotz des offiziellen Projektabschlusses soll es nicht bei einer Momentaufnahme bleiben. Die Gesundheitsförderung wird fortgeführt – u. a. durch eine geplante Schrittzähler-Challenge, Ausbildungen im Bereich Ergonomie, gemeinsame Initiativen mit anderen Häusern im Verbund und eine Verankerung im betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) auf Trägerebene. Ein neuer gemeinsamer Steuerkreis unter dem Titel „Gesundheitsforum“ ist ebenfalls in Vorbereitung.

Die nächste umfassende Evaluation ist für das Jahr 2026 geplant – dann wieder mit Blick auf die Frage: Wie gesund ist unser Alltag?

Wir gratulieren allen Beteiligten im Spitalhof Münchingen herzlich zur Verleihung des PiP-Siegels.

Ihr Engagement, Ihre Ideen und Ihre Bereitschaft, neue Wege zu gehen, haben dieses Projekt zu einem Vorbild für ganzheitliche Gesundheitsförderung in der Pflege gemacht.