Die Nikolauspflege zu Gast beim Heimparlament

Das 13. Treffen des Heimparlaments hat den neuen Nachbarn von Luise-Schleppe-Haus und Schloss eingeladen, die Arbeit mit blinden und sehbehinderten Menschen vorzustellen. Auch das neue "Haus am Schloss" in der Wigandstraße ist Thema.

Frau Westhoff stellt die Arbeit der Nikolauspflege vor.

Am 10. November fand der Einzug mit 22 Klienten der Nikolauspflege ins neue Domizil hinter dem Stammheimer Schloss statt. Hier findet Wohnen und Arbeiten für Erwachsene statt, die aufgrund einer Sehbehinderung und/oder anderer körperlich-geistiger Beeinträchtigungen auf Hilfe angewiesen sind.

Simone Westhoff, Hausleiterin und Bereichsleiterin der Nikolauspflege für den Erwachsenenbereich, schildert die inklusive Arbeit im Haus am Schloss, im Förderbereich und Betreuungsbereich. Die selbständigeren Bewohner gehen in der Woche einer Arbeit in externen Werkstätten nach, während die anderen diverse Angebote der Förderung erhalten entsprechend der vorhandenen Fähigkeiten. Es arbeiten 16 Mitarbeitende im Wohnbereich und 12 Mitarbeitende im Förder- und Betreuungsbereich.

"Den Menschen sehen" - nach diesem Motto sorgt die Nikolauspflege seit 160 Jahren für schulische und berufliche Bildung sowie für berufliche und gesellschaftliche Teilhabe von jungen und älteren Menschen mit einer Sehbehinderung, Blindheit oder Mehrfachbehinderung. Ein Film zum 160-Jahr-Jubiläum der Nikolauspflege schildert eindrücklich die Arbeit der Niko.

In der anschließenden Diskussion erläutern anwesende Mitarbeiter wie Sven Koch, Jobcoach der Niko, nützliche Hilfsmittel, die Menschen mit einer Sehbehinderung das Leben erleichtern. Manchmal sind es auch eigene Erfindungen wie die von Herrn Fuchs, das Spiegelei im ausgehöhlten Toastbrot zu braten, damit es beim Anheben nicht herausrutschen kann. Herr Schöffler, der älteste Bewohner im Haus am Schloss stellt den Stammheimern ein dickes Lob aus: Sie seien sehr höflich und hilfsbereit im Umgang mit den neuen Bewohnern im Stadtteil.

Die Zuhörenden fasziniert die Fröhlichkeit und Erfindungsfreude der Niko-Kunden beim Meistern ihres Lebens. Mit Interesse folgen sie den Ausführungen über die Finanzierung der Grundversorgung der Bewohner im Haus am Schloss. Diese wird von der Stadt übernommen. Fast alles, was darüber hinausgeht, muss über ehrenamtliche Arbeit und Spenden finanziert werden. 

Zum Schluss rät Frau Westhoff allen Anwesenden, mal ein Dunkelrestaurant zu besuchen um nachempfinden zu können, was es heißt blind zu sein.