10 Jahre ist das Geburtstagkind!

Luise-Schleppe-Haus/Schloss und Evangelische Kindertagesstätte Stammheim sowie die Träger Stiftung Evangelische Altenheimat und Evangelische Gesamtkirchengemeinde Stuttgart feiern am Sonntag, 7. April zusammen mit vielen großen und kleinen, alten und jungen Gästen 10-jähriges Jubiläum des Generationenhauses Stuttgart-Stammheim. Nach einem quirrligen Generationengottesdienst in der Johanneskirche geht es zum Feiern ins Luise-Schleppe-Haus.

Die Johanneskirche ist mit Familien, Kita-Kindern und -Mitarbeitenden, Bewohnern und Mitarbeitenden aus dem Luise-Schleppe-Haus und Schloss sowie vielen Menschen aus dem Ort und außerhalb bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Gottesdienst zum Thema 'Gottes bunter Garten' ist ein gelungenes Zusammenspiel aus Darstellungen und Liedern der Kita-Kinder, nachdenklichen Worten von Pfarrer Mann, Fürbitten von Eltern und Bewohnern des Pflegeheims sowie munteren Zwischenspielen des Posaunenchors der Kirchengemeinde. Pfarrer Manns Predigt fängt bei Adam und Eva an und spricht sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen an. Immer wieder taucht der Garten als Motiv des Paradieses und des Wachsens auf. Da passt es gut, wenn die Kinder den Gottesdienstbesuchern Samentütchen mit auf den Weg geben.

Nach Posaunenspiel und leckeren Häppchen geht es dann weiter mit dem Festprogramm im Foyer des Luise-Schleppe-Hauses. Nach der Begrüßung folgen zwei Interviewrunden mit Moderatorin Claudia Mann: die erste mit Altenheimat-Vorständin Gabriele Blume und Leiter der Abteilung Jugend und Soziales der Evangelischen Kirche Stuttgart Jörg Schulze-Gronemeyer, Bezirksvorsteherin Susanne Korge und Andrea Laux, Beraterin von Mütterzentren und Mehrgenerationenhäusern. Gabriele Blume lobt das Stammheimer Generationenhaus als damals erstes in diakonischer Trägerschaft. Sie zitiert die Ziele des Stuttgarter Generationenvertrags zur Förderung intergenerativer Arbeit. Und das intergenerative Arbeiten in Stammheim gehe noch über das Generationenhaus hinaus: Die Kooperation mit der Nikolauspflege und deren Haus am Schloss mit jüngeren erwachsenen blinden und mehrfachbehinderten Bewohnern, der gemeinsam genutzte Schlossgarten, die Begegnungsstätte Stammheim - seit kurzem in Trägerschaft der Evangelischen Altenheimat - sowie das neue Haus an der Kornwestheimer Straße, das Senioren und Auszubildende der Nikolauspflege unter einem Dach zusammenbringen wird. All dies sind weitere Bausteine eines lebendigen Miteinanders der Generationen und einer Sozialen Mitte Stammheims

Herr Schulze-Gronemeyer weiß zu erzählen, dass der Kita-Leiter Gerd Steinemann sich insbesondere dafür eingesetzt habe, dass die Stammheimer Kindereinrichtung sich für das Projekt beworben habe. Für die Evangelische Kirche Stuttgart sei klar gewesen, dass das nur in engem Miteinander mit der Kirchengemeinde Sinn mache. Es habe keine größeren Probleme gegeben, das Generationenhaus sei gut gestartet und habe sich bestens entwickelt. Dass dies v. a. an den Partnern und dem mutigen Miteinander mit menschlichem Maß liegt, weiß Frau Laux zu berichten. Sie hat das Projekt 1-2 Jahre fachlich begleitet. Es sind Räume für das Miteinander, für die Begegnung entstanden, und Transparenz und Offenheit haben wesentlich zum Gelingen beigetragen. "In Stammheim läuft's", kommentiert Frau Korge augenzwinkernd das verbindende Miteinander im Generationenhaus und darüber hinaus in der Stammheimer Mitte. Dass die Mitarbeitenden vor Ort dies alles stemmen, verdiene ein dickes Lob, "denn sie machen das ohne Extra-Personalausstattung!" Der Förderverein des Generationenhauses Stammheim könne aber noch engagierte Menschen gebrauchen!

Die zweite Gesprächsrunde mit den Machern vor Ort, Ronny Martin und Gerd Steinemann, geht mehr auf die konkreten Angebote des Generationenhauses ein. Im Raum der Begegnung habe man angefangen: Einmal monatlich habe man sich da mit Senioren und Kindern zum Generationenfrühstück nach dem Motto "jeder kann, keiner muss" getroffen. Nach drei Treffen war der Raum zu klein und das Angebot, zu dem inzwischen regelmäßig ca. 90 Kinder und Senioren zusammenkommen, ist ins Foyer umgezogen. Ronny Martin bestätigt: "Den Bewohnern macht dieses Miteinander viel Freude". Weiter stehen Ausflüge in die Stadtteilbücherei oder Besuche der Bücherei im Haus, das gemeinsame "Malen im Schloss" mit Frau Binanzer-Kraus, das jährliche Konfirmandenprojekt als Brücke von ganz Jung bis Alt und das Singen mit Frau Goller als beliebtes rhythmisch kreatives Angebot auf dem Programm.  Auch die Vorlesestunde mit Silvia Mezger, Bewohnerin der Jungen Pflege, kommt bei den Kita-Kindern gut an. Ein besonderes Erlebnis hebt Herr Steinemann hervor: der zweimal im Jahr stattfindende Ausflug mit Senioren, Junger Pflege und Kita im gemieteten Bus zur Schnellboottour auf dem Neckar.

Eine Mutter aus der Kita sieht als Ergebnis der Generationenarbeit einen Unterschied darin, wie ihre Kinder mit Menschen mit Beeinträchtigungen im Alltag umgehen, zu Kindern, die damit bisher wenig Berührung haben. Die Fördervereinsvorsitzende Gertie Hummel bestätigt die gute Zusammenarbeit mit dem Luise-Schleppe-Haus und der Kita. Sie wirbt für weitere Menschen zur finanziellen und ehrenamtlichen Unterstützung des Generationenhauses Stammheim. Ronny Martin und Gerd Steinenmann geben das Lob weiter an ihre Teams und alle diejenigen, die sich im Steuerkreis Alt-Jung für den Austausch der Generationen in Stammheim engagieren. Das Fest geht in den Nachmittag mit Ständen im Haus zu den oben genannten Angeboten, mit Kaffee und Kuchen in der Cafeteria und Grillen im Schlossgarten.