Abschied im Philipp-Paulus-Heim

Dorothee Bausch geht in Rente. Mit ihr, die knapp 17 Jahre lang als Heimleitung das Stammhaus der Evangelischen Altenheimat entscheidend geprägt hat, geht in Fellbach eine Ära Heimleitung zu Ende. Die Evangelische Altenheimat hat am 30. März zum Abschiedsfest geladen. Viele sind gekommen, mit Frau Bausch einen Rückblick vorzunehmen, ihr zu danken und eine bewegte Zukunft zu wünschen.

Interview mit Kollegen und Fr. Sawall

Dorothee Bausch ist "tief gerührt"

Überraschungsgäste: Sängerin Carolina Lopez Moreno und Pianistin Sarah Giesen

geselliger und kulinarischer Ausklang im Garten

„Applaus für Frau Bausch!“ Nach dem musikalischen Auftakt der Fellbacher Musikschule mit dem Violinduo Amélie Thomae und Ariana Ahmad fordert Vorstandsvorsitzender Hans Kübler die Gäste zum Begrüßungsapplaus für die scheidende Heimleiterin auf. Der Veranstaltungsraum im Gartengeschoss des Philipp-Paulus-Heims ist mit ca. 150 Gästen randvoll gefüllt.

Die Netzwerkerin

Oberbürgermeisterin Gabriele Zull, Erster Bürgermeister Günter Geyer, Seniorenbeauftragte Christine Hug vertreten die Stadt Fellbach und zeigen damit die starke Verbindung der Stadt zum Stammhaus der Altenheimat. Frau Bausch hat die über 140 Jahre gewachsene Verbindung weiter gepflegt und ein lebendiges Netzwerk zu örtlichen Institutionen und Akteuren entwickelt. Der Förderverein Philipp-Paulus-Heim, vertreten durch den Vorstand, die Heimbeiräte, die Kirchengemeinden, lokale Persönlichkeiten und Einrichtungen der Altenhilfe sowie Stiftungsräte, Leitungskräfte und Kolleginnen und Kollegen aus der Evangelischen Altenheimat sind gekommen, um sich von Frau Bausch zu verabschieden.

Gabriele Zull, seit November 2016 im Amt, bedauert die kurze Zeit des Kennenlernens und hebt hervor, was Frau Bausch bewegt hat und nun an ihren Nachfolger Hansjörg Knauß weitergibt. Fellbach sei schon immer stolz auf sein Philipp-Paulus-Heim gewesen, das 1874 als Dienstbotenheimat gegründet, erstes Pflegeheim in Württemberg gewesen sei. Die enge Verbindung der Stadt zum Haus sei bis heute geblieben.

Im Programm geht’s weiter mit einer an Anekdoten reichen Interviewrunde der Kollegen und Sabine Sawall, Vorsitzende des Fördervereins. Frau Bauschs persönliche Stärken, Besonderheiten und Rituale im Umgang mit den Menschen, die sie umgeben, kommen zur Sprache. Insbesondere die 26 Jahre lange enge Zusammenarbeit mit Pflegedienstleiterin Elisabeth Oana im Philipp-Paulus-Heim sorgt für erheiternde Einblicke in ein ehrliches, nicht immer einstimmiges, aber stets wertschätzendes und konstruktives Miteinander.

Back to the roots …

In seiner Abschiedsrede bestätigt Hans Kübler Frau Bausch ein gutes Händchen für ein in die Gemeinde offenes Philipp-Paulus-Heim und für die Nähe zu Menschen. In Dornstetten im Schwarzwald 1953 geboren, zieht Dorothee Bausch nun zurück auf den elterlichen Hof. Aus ihrer Herkunft aus der bodenständigen Gegend leitet Hans Kübler Bodenständigkeit und Verantwortung ab, die sich als roter Faden durch Frau Bauschs berufliche Laufbahn ziehen.

Nach 15 Jahren Arbeit als Heilpädagogin mit Menschen mit Behinderung in der Diakonie Stetten ist Frau Bausch über ein Schnupperpraktikum ins Philipp-Paulus-Heim gewechselt. Seit 1989 Wohnbereichsleitung hat sie nach der Ausbildung als Pflegedienstleitung gearbeitet, bis sie schließlich von Oktober 2000 bis heute die Heimleitung ausübte.

„Sie haben für andere gesorgt. Sie haben auch für sich gesorgt.“ In ihrer Zeit als Heimleitung hat Frau Bausch sich immer auch Auszeiten gegönnt für Reisen, für ihre Musik und Abstecher in die Natur und ihre Leidenschaft, die Beobachtung von Tieren. Herr Kübler ist sich sicher: Der Übergang in den sogenannten Ruhestand werde ihr sicher gelingen. Ein gutes Fernglas und ein Smartphone als passende Ausstattung übergibt er ihr als Abschiedsgeschenke sowie ein Fliederbäumchen, behängt mit vielseitigen Wünschen für ihren neuen Lebensabschnitt.

„Ein liebenswertes Haus“

In Frau Bauschs Worten überwiegt der Dank an alle, die da sind und sie mit Rat und Tat in n ihrer Fellbacher Ära begleitet haben. Sie dankt besonders allen ihren Mitarbeiter/innen sowie den vielen langjährigen Kollegen. Ohne deren Unterstützung wäre ihr Wirken so nicht möglich gewesen. Sie dankt der Stadt Fellbach für die Unterstützung, für gute Infrastruktur und wohlwollende Atmosphäre. „Ich breche jetzt ab“ - ein Neubeginn für sie und für das Haus. Ihrem Nachfolger verspricht sie: „Sie bekommen ein liebenswertes Haus“. Fürwahr: Frau Bausch hinterlässt ein gut aufgestelltes Philipp-Paulus-Heim. Erst kürzlich teils neu gebaut und modernisiert, mit einem neuen Wohnbereich für jüngere pflegebedürftige Menschen, einem aus Spenden finanzierten großzügigen Veranstaltungsraum, offenen Türen in die Gemeinde und einem lebendigen Hausleben, einem starken Förderverein und vielfacher Vernetzung.