Adieu Eva Trede-Kretzschmar!

"Eine streitbare und mutige Frau", "gut gelaunt und schaffig", "Kämpferin für eine menschenwürdige Pflege und die Stärkung der Mitarbeitenden": Vielseitig und voller Lob sind die Gruß- und Dankesworte beim Fest der Evangelischen Altenheimat am 24. August 2018 zur Verabschiedung der langjährigen Heim- und Verbundleitung Eva Trede-Kretzschmar in den Ruhestand.

Seit 21 Jahren hat Frau Trede-Kretzschmar in unterschiedlichen Positionen in der Evangelischen Altenheimat gewirkt, zunächst als Heim- und Pflegedienstleitung im Richard-Bürger-Heim in Stuttgart-Feuerbach, 2014 dann als Verbundleitung für drei Häuser, um dann die letzten Jahre das Richard-Bürger-Heim gemeinsam mit dem Schwester-Karoline-Haus in Friolzheim zu leiten. Über ihre engagierte Arbeit in den Häusern hinaus hat sie sich beim Träger in vielen Konstellationen aktiv, häufig auch konstruktiv kritisch eingebracht. Insbesondere für ihren Einsatz für eine menschenwürdige Pflege und eine neue Sichtweise auf Menschen mit Demenz und ihre Potenziale ist sie weit über Stuttgart hinaus in Fachkreisen bekannt und bestens vernetzt.

Viele Wegbegleiter/innen aus ihrem beruflichen und oftmals auch persönlichen Netzwerk sind gekommen, um sie in den Ruhestand zu verabschieden. Es ist ein in Programm und Gestaltung schönes, stimmiges und teilweise auch emotional bewegtes Fest, geprägt durch Anerkennung und Respekt für Eva Trede-Kretzschmars Engagement, Mut, Kraft und wenn nötig ihren wachen Widerspruchsgeist.

Die Beiträge der von ihr zuletzt geleiteten Häuser bringen die Anerkennung für Frau Kretzschmars sehr persönliche und mutige Gestaltung des Miteinanders zur Sprache: In der Performance des Richard-Bürger-Heims bedauern die Seniorinnen Erika und Hilde den Weggang "des Unikats". Das vom Schwester-Karoline-Haus mit eigenem Text dargebotene Lied "So schön war die Zeit" schildert diskussionsfreudige und bewegte Jahre mit Frau Kretzschmar als Leitung.

Sowohl die stellvertretende Bezirksvorsteherin Susanne Ramp als auch Pfarrer Harald Küstermann betonen in ihren Worten Frau Trede-Kretzschmars engagierten Einsatz im Stadtteil Feuerbach u. a. durch zahlreiche Demenz-Veranstaltungen sowie für das Burgenlandzentrum in schwierigen Zeiten. Herr Küstermann, der ihr einen Segen mit auf den Weg gibt, wünscht sich, dass ein Stück ihrer Initiativkraft in Feuerbach zurückbleibe.

"Dein Theater", oftmals kultureller Gast im Richard-Bürger-Heim bei den "temperamentvollen Senioren voller Lebensenergie", erinnert musikalisch und poetisch an die gemeinsamen Jahre, die auch die kulturelle Seite geprägt haben. Dabei wurde viel gesungen und gesprochen, Geschichten entstanden zum Erinnern und Vergessen, Abschied und Willkommen. Gemeinsam mit Heimleiterin Trede-Kretzschmar entwickelte "Dein Theater" seine "Kulturpflege" und damit das Vertrauen in die positive Wirkung von Theater, Kunst und Musik im Gestalten des für Menschen mit Demenz bleibenden Augenblicks - wenn Vergangenheit und Zukunft vage werden.

Mit einer sehr persönlichen Rede verabschiedet Vorstandsvorsitzender Hans Kübler seine langjährige Kollegin. Er zieht den Hut vor der "streitbaren und mutigen Frau", dankt ihr für das Vertrauensverhältnis, für auseinanderstarke und bewegte Jahre, geprägt durch ihr "Gespür für Gerechtigkeit und ihre Wärme für Menschen". Er wünscht Frau Trede-Kretzschmar zunächst Zeit und Gelassenheit bei der Entscheidung für das, was kommt.

Musikalische Darbietungen der Kollegin Sandra Zeitler, künftig die Verbundleiterin der beiden Häuser, gemeinsam mit Almira Lopez-Moreno (Violine) sowie zum Abschluss Guido Häussler mit Gesang am Piano runden das Programm ab. Das Fest klingt auf persönlichen Wunsch der Gefeierten bei Aperol Spritz und Häppchen und Musik aus.