"Keimzelle innovativer Altenarbeit" in Sachsenheim

Das Haus am Sonnenfeld in der Karl-Heinz-Lüth-Straße 4 bis 8 feiert am Samstag, 23. März 2019 seine Eröffnung. Mit einem Festakt am Vormittag mit geladenen Gästen und einem Tag der offenen Tür am Nachmittag eröffnen die Kooperationspartner FWD Hausbau GmbH, Evangelische Altenheimat mit Pflegeheim Sonnenfeld und die Kirchliche Sozialstaton Sachsenheim das gemeinsame Haus.

Das vernetzte Angebot bietet den Senioren in Sachsenheim Betreutes Wohnen, ambulante und stationäre Versorgung und Pflege - all das im gewohnten Umfeld und unter einem Dach.

Dekan Zeyer, der den geistlichen Impuls spricht, weiß aus eigener Erfahrung als damaliger Pfarrer am Geriatrischen Zentrum Esslingen zu berichten, was alte Menschen brauchen. Der Bibelvers "Wenn dich jemand zwingt eine Meile zu gehen, so gehe mit und gehe zwei" lehre uns, dem alten Menschen das zu geben, was er brauche: Zuwendung und Begegnung in einem größeren Maß, als wir es für nötig halten. Dem neuen Haus in Sachsenheim wünscht er gutes Gelingen in dieser verantwortungsvollen Aufgabe.

Das Pflegeheim ist ein wichtiger Schritt in Richtung Bedarfsdeckung an Dauer- und Kurzzeitpflegeplätzen vor Ort. Darin sind sich die Folgeredner, Eva-Maria Armbruster, stellvertretender Vorstand des Diakonischen Werks, Heike Dierbach, Fachbereichsleiterin am Landratsamt Ludwigsburg und Bürgermeister Horst Fiedler einig. "Wir brauchen das Haus", freut sich Herr Fiedler über den Zugewinn an 60 Pflegeplätzen. Während Frau Dierbach die Kooperation von ambulanter und stationärer Pflege als "Keimzelle innovativer Altenarbeit" im Quartier begrüßt, sieht Frau Armbruster darin eine innovative räumliche und persönliche Verbindung von bisher unterschiedlichen "Welten". Die Vernetzung ambulanter und stationärer Pflege sei ein Plus für die Lebens- und Wohnqualität der Bewohner und Klienten sowie ein Mehrwert für die Mitarbeitenden, denen der Blick über den gewohnten Tellerrand ein abwechslungsreiches interessantes Arbeitsumfeld bereite. Der unter einem Dach gelebten Kooperation traut sie Strahlkraft über Sachsenheim hinaus zu und rät den Betreibern, ihre Kooperation gut zu pflegen.

Der aus Frankfurt angereiste Architekt Simon Fellmeth lobt den Natur- und Landwirtschaftsflächen schonenden Bau auf dem nur 27 m tiefen Grundstück zwischen Rewe und Feld als ressourcenschonendes Bauen im städtischen Maßstab. Es sei nicht immer einfach gewesen im Bauvorhaben, den unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen der Betreiber und letztlich auch der Eigentümer der Seniorenwohnungen gerecht zu werden, weiß Matthias Günther, Geschäftsführer der FWD Hausbau GmbH, zu berichten. Es bleibe spannend. Er ist sich aber sicher, dass hier ein verlässlicher Baustein für Sachsenheim und seine Senioren verwirklicht wird.

Das Interview mit Altenheimat-Vorständin Gabriele Blume, Pflegeheimleiterin Patricia O'Rourke und von Seiten der Sozialstation Pfarrer Dieter Hofmann und Lothar Kämmle wird von Claudia Mann, Pressesprecherin des Diakonischen Werks Württemberg, moderiert. Die Versorgungskette von ambulanter zu stationärer Pflege, Synergien und gegenseitige Nutzen kommen zur Sprache. Einerseits profitiert das Pflegeheim von der guten Vernetzung des Partners Sozialstation und dessen Kenntnis der Situation der pflegebedürftigen Menschen, die somit nicht als Fremde ins Pflegeheim kommen. Es gibt jetzt schon gemeinsame Angebote u. a. in der palliativen Versorgung. Der fachliche Austausch bringt beiden Seiten einen großen Nutzen.

Die konkreten Angebote im Haus mit Schülern des nahen Lichtensterngymnasiums, mit der Stadtbücherei, mit Christiane Hähnles offenem Singen u.a. fasst Frau Blume zusammen: Im Prinzip leistet das Haus am Sonnenfeld lebendige Quartiersarbeit. Die Diskussionsrunde wünscht den Bewohnern, dass sie hier selbstbestimmt leben können und ein Stück Heimat finden. Eine gute Nachbarschaft sowohl mit dem Partner als auch den Sachsenheimern ist allen ein Anliegen.

Leckeres Essen aus der Zentralküche der Evangelischen Altenheimat und zünftige Musik des Posaunenchors runden den Vormittag ab. Der Nachmittag mit Hausführungen, Kaffee und Kuchen für die Öffentlichkeit beginnt nicht minder spritzig: Christiane Hähnle veranstaltet mit Jung und Alt aus Chor, Betreutem Wohnen, Pflegeheim und Besuchern ein mitreißendes Offenes Singen. Mitmachen ist auch weiterhin möglich: Jeden 2. Mittwoch von 10.30 bis 11.30 Uhr trifft sich das Musik-Team im Pflegeheim Sonnenfeld und freut sich auf interessierte singfreudige Menschen.