Kübler geht - Evangelische Altenheimat verabschiedet sich.

Das gemeinsame Abschlusslied der Mitarbeitenden der Evangelischen Altenheimat auf der Feier zur Verabschiedung ihres Vorstandsvorsitzenden Hans Kübler in der Fellbacher Alten Kelter stellt im Refrain die Frage "Kübler geht - was bleibt nun?". Wortbeiträge und Darbietungen geben vielfältige Antworten: Von diesen 16 Jahren bleibt neben Konsolidierung und Wachstum der Evangelischen Altenheimat noch vieles andere bestehen.

Etwa 100 externe Gäste und knapp 200 Mitarbeitende erleben die Altenheimat und die Ära Kübler im Rahmen des gut zweistündigen Programms aus unterschiedlichen Perspektiven. Durch das Programm leitet Moderator Hannes Eimert. Die Fellbacher Musikschule sorgt mit ihrem 33-köpfigen Vororchester unter Leitung von Herbert Körner für einen bewegenden musikalischen Auftakt.

"Puh, ganz schön sportlich!", kommentiert Vorstandskollegin Gabriele Blume, als sie gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Stiftungsrats Stephan Zilker schildert, was alles in Küblers 16 Jahren bei der Evangelischen Altenheimat sich getan hat. Seit 2002 ist die Anzahl der Häuser von 5 auf 16 mit 1150 Pflegeplätzen in heute sechs Landkreisen gestiegen. Die Anzahl der Mitarbeitenden hat sich auf rd. 1100 verdoppelt.

Zur stationären Pflege ist die Tagespflege als Angebot hinzugekommen sowie schließlich im zweiten Anlauf der eigene ambulante Pflegedienst "Altenheimat Mobil". Nicht nur Wachstum zeichnet die Entwicklung der Altenheimat aus, auch konzeptionelle Innovation prägt die vergangenen Jahre. Ein Schwerpunkt in Hans Küblers Unternehmensführung ist die sozialräumliche Orientierung als Idee gelebter Diakonie. Nicht nur die Vernetzung und Öffnung der Häuser in die Gemeinden durch engagierte Fördervereine und Ehrenamtliche, durch öffentlich interessante Bildungs- und Kulturveranstaltungen, durch eine enge Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden, sozialen Akteuren und Bildungseinrichtungen liegt Herrn Kübler am Herzen. Auch die vertraglich vereinbarte Kooperation mit ambulanten Partnern wie zuletzt an den Standorten Filderstadt-Bernhausen und Sachsenheim gehören dazu. Küblers Ziel ist immer gewesen, die Pflegeheime als in die Gemeinden offene Kompetenz- und Beratungszentren auszubauen - ein Prozess, der auch nach seinem Ausscheiden weitergehen wird.

Die Frage nach dem 'Was kommt?' nimmt Stiftungsratsvorsitzender Stephan Zilker in seinem Impuls auf. Er verweist auf die kommende Herbstklausur, die man benötige, um den weiteren Weg zu bestimmen. Der ehemalige Stiftungsratsvorsitzende Dr. Ulrich Schwarz schließt sich mit der Würdigung des Wirkens von Hans Kübler an. Vor nahezu 17 Jahren habe er auf der Suche nach einer geeigneten Vorstandsperson in damals belasteter Unternehmenssituation gewusst: "Das ist der Mann, den wir suchen". Mit Erfahrung, Zuversicht, planerischem und organisatorischem Talent, einer gehörigen Portion Unternehmer- und Schaffensgeist und einer großen kommunikativen Begabung habe Herr Kübler das Unternehmen aus der Krise geführt und die nächsten Altenheimat-Jahre zu einer Erfolgsgeschichte gestaltet. Er dankt ihm für seine Verdienste zum Wachstum, für den inneren Frieden sowie für das Wohlergehen von Bewohnern und Mitarbeitenden.

Der Vorstand des Diakonischen Werks Württemberg Dr. Robert Bachert übernimmt den diakonischen Part der Würdigung und hebt Herrn Küblers Wirken im Diakonischen Werk als hochversierter Fachmann, Abteilungsleiter sowie Mitwirkender in vielen Gremien hervor. Mit Urkunde und Ehrennadel des Goldenen Kronenkreuzes dankt er für dessen Einsatz für und in der Diakonie. Dietmar Prexl, Vorstand der Diakonie Stetten, KfU-Vorsitzender und langjähriger Wegbegleiter in der diakonischen Gremienarbeit fordert den passionierten Tischtennisspieler zum improvisierten Match heraus. Nach dem 3:2-Ausgang für Hans Kübler wünscht Herr Prexl dem Nimmermüden gutes Gelingen in seiner neuen Aufgabe in der Projektentwicklung sowie Zeit für die Dinge und Menschen, die ihm am Herz liegen.

Die Sicht der Mitarbeiter vertritt der GMAV-Vorsitzende Helmut von Hochmeister. Dass Herr Kübler den Mitarbeitern auf Augenhöhe begegne und sich deren Anliegen stets angenommen habe, sei Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit gewesen. Manches habe man gemeinsam zu Ende gebracht: So hat die Evangelische Altenheimat den AVR Württemberg als Einheitstarif eingeführt und erst kürzlich nach langem Ringen die Dienstvereinbarung zur Arbeitszeit verabschiedet. Nah am Menschen sei Herr Kübler, ohne je seine Verantwortung als Geschäftsführer aus den Augen zu verlieren. Das unterstreicht auch der letzte Redner, Personalleiter Gerd Schweizerhof. Seine Nähe zur Mitarbeiterschaft beweist Hans Kübler, indem er die Leitungsrunde, Heidi Russi und Gerda Gehrke aus dem Vorstandssekretariat ("die besten Sekretärinnen") und weitere Mitarbeitende auf die Bühne holt. "Jede Begegnung mit Menschen/Mitarbeitern ist eine Bereicherung", so habe er das oftmals erlebt.

Ergänzt durch zwei Darbietungen aus den Häusern, einem Gedicht aus dem Philipp-Paulus-Heim (Walter Hügl) und einer schwarzhumorigen Performance zum Thema Sparmodell Pflegeheim aus dem Seniorenzentrum Bondorf, endet der Programmreigen mit dem gemeinsamen Lied und den Worten "...er wusste immer Rat, immer Rat ... ist in Gedanken uns niemals fern". Anerkennung, Dankbarkeit und ein bisschen Wehmut schwingen mit. Als Geschenk geben die Mitarbeitenden ihrem scheidenden Chef und begeisterten Autofahrer ein Cabrio-Wochenende plus Reisegutschein und der Stiftungsrat die passende Kappe dazu mit auf seinen weiteren Weg.