Mallorca-Reise-Revue im Spitalhof

Im April 2018 sind fünf Spitalhof-Bewohner mit Begleitpersonen und einem Angehörigen für eine Woche nach Mallorca in Urlaub gefahren. Beim Mallorca-Abend am 6. Juli in der gut gefüllten Cafeteria lässt das Haus mit den Reisenden, Angehörigen, Förderkreis, Spendern und Gästen diese außergewöhnliche Reise Revue passieren und zieht ein durchweg positives Fazit.

Fr. O'Rourke dankt dem Reise-Team, Fr. Vogt, Fr. Tüchter, Fr. Keler.

Fr. Stolp:" Ich bin jederzeit dabei!"

Kulinarisch passend zum Abend - das mediterrane Buffet

Landestypische Dekorationen stimmen auf den Abend ein.

Auf die Frage "Was war für Sie das Schönste auf dieser Reise?", antwortet Bewohner Herr Kaufke verschmitzt: " Dass ich jeden Morgen mich im Spiegel gesehen habe - der Beweis, dass ich wirklich da bin".  Das Glück, die Freude, dabei gewesen zu sein, klingt an diesem Abend bei allen Reisenden nach. Für die Bewohner, darunter schwerstpflegebedürftige, z. T. an Demenz erkrankte Menschen, war es eine außergewöhnliche Erfahrung: die Flugreise, der Hotel-Aufenthalt, die Auswahlmöglichkeit am Buffet, das Erleben von Meer, Sonne, Strand und mallorquinischer Landschaft und Kultur.

Es schwingen Stolz und Dankbarkeit mit, dass die Tage unbeschwert und ohne Zwischenfälle verlaufen sind. Herr Nitsche, der seine seit vielen Jahren an Demenz erkrankte Frau auf die Reise begleitet hat, bedankt sich für den positiven Verlauf bei dem gesamten Reise-Team, Frau Tüchter, Frau Keler, Frau Vogt, Frau Stolp und der Heimleiterin Patricia O'Rourke, die trotz erster Vorbehalte und Bedenken im Umkreis des Hauses diese Reise ermöglicht hat: "Als Frau O'Rourke mir das erste Mal von ihrem Reiseplan erzählte, habe ich spontan 'Ja' gesagt. Und dann kam die Angst!". Ist eine solche Reise zu schaffen mit schwerstpflegebedürftigen Menschen?

Ja es ist zu schaffen, manches gelingt sogar leichter als im institutionalisierten Heimalltag. Die Bilder, die an die Wand geworfen werden, und die Erzählungen der Reisebegleiter vermitteln sehr deutlich, dass der Tapetenwechsel beim Einzelnen unerwartete Potenziale und verloren geglaubte Fähigkeiten hervorholen konnte. Die Zuhörer staunen über die Freude und Gelassenheit der Reisenden und den Mut, Dinge auszuprobieren, die man sich sonst im Alltag nicht traut und einem auch im Alter kaum zugetraut werden: z. B. exotische Meeresfrüchte, seltsame Schalentiere und Muscheln zu essen, sich mit dem Lifter mit Schwimmreifen in den Hotelpool gleiten zu lassen und im Wasser plantschen, im Sand liegen, mit den Füßen oder sogar bis zur Brust im Meer einzutauchen, überhaupt den Rollstuhl mal zu verlassen.

Und über diese besondere Woche hinaus klingt der Urlaub noch heute nach. Frau Stolp, die als ehrenamtliche Reisebegleiterin teilgenommen hat, erzählt: Komme sie heute in den Spitalhof, dann werde sie von weitem bereits von der Bewohnerin Frau Stoll begrüßt: "Ach, haben Sie wieder Ihr Mallorca-Täschle dabei?". Und selbst der sonst eher wortkarge Herr Kaufke schwätze seit der gemeinsamen Reise ab und zu eifrig mit ihr. Die Kraft und der Lebensmut, den die Reise allen gegeben hat, ist an diesem Abend für alle spürbar. Der Urlaub und das intensive Gemeinschaftserlebnis hat die Beziehung zwischen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden und den Bewohnern wachsen lassen. Die Beziehungsqualität wirkt sich auch im Alltag positiv auf das Miteinander aus.

Eine letzte Frage an Heimleiterin Patricia O'Rourke: "Würden Sie eine solche Reise ein weiteres Mal durchführen wollen?" Ihre Antwort: Ja unbedingt!" Sie betont wie dankbar sie sei, dass mithilfe der Spenden auch Bewohner/innen mitkommen konnten, die sich das finanziell gar nicht hätten leisten können, und somit eine gute Mischung in der Gruppe gelingen konnte. Herzlichen Dank allen Spendern und dem Förderkreis des Hauses, die diese außergewöghnliche Reise ermöglicht haben!