Mehr Zeit für ... Internationaler Tag der Pflege

Abgehetzt durch die Pflege – das ist Alltag für viele Menschen, die Alte oder Kranke pflegen. Wofür wünschen Sie sich mehr Zeit? Zum Aktionstag am 12. Mai, dem Internationalen Tag der Pflege, stellt die Diakonie Deutschland die Frage an alle, die in der Pflege arbeiten.

Die Mitarbeitenden des Spitalhofs Münchingen und der Wohnanlage am Lindenbachsee haben ihre Statements gesammelt: Die Zeit wird v. a. für die Bewohner, eine individuelle Pflege, für mehr Gespräche sowie eine gute palliative Begleitung in der letzten Lebensphase und für die Betreuung der Angehörigen benötigt. Auch für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter/innen und für den Austausch mit Kollegen und für die Auszubildenden wird mehr Zeit gewünscht.

Beruf und Privatleben gut zu vereinbaren, ist für in der Pflege arbeitende Menschen eine Herausforderung. Mehr Zeit für die Familie, für Aktionen mit den eigenen Kindern, für Aktivitäten zugunsten der eigenen Gesundheit sind weitere Forderungen.

In Stuttgart findet zum Anlass des Tages eine kleine von Verdi und der AGMAV initiierte Aktion statt an der Königstraße Ecke Marstallstraße. Plakate und gespielte Szenen aus einem hektischen Pflegealltag verdeutlichen, dass zu wenig Zeit zu Lasten der Qualität geht, und es von daher dringend bessere Rahmenbedingungen braucht.

Das Diakonische Werk Württemberg bestätigt dies in seiner heutigen Presseerklärung: Die Pflegereform habe einiges verbessert, das dürfe aber nicht zu Lasten derer gehen, die stationär gepflegt werden müssen. Zunehmend würden alte Menschen direkt vom Krankenhaus ins Pflegeheim entlassen. Pflegekräfte benötigten inzwischen mehr Zeit für die pflegerische und medizinische Versorgung - palliative Zuwendung und Sterbebegleitung seien in der Pflegeversicherung zwar vorgesehen, doch die dafür notwendigen Personalressourcen nicht ausreichend finanziert.