Sachsenheim feiert Richtfest.

Vor etwa einem Jahr hat man sich in der Heinz-Lüth-Straße am Rand von Großsachsenheim zum Spatenstich eingefunden. Seitdem ist an dieser Stelle ein beeindruckender Baukomplex aus drei Gebäudeteilen mit ergänzenden Angeboten an Senioren vor Ort in die Höhe gewachsen. Am 21. Februar 2018 feiern FWD Hausbau GmbH, Evangelische Altenheimat und Kirchliche Sozialstation Sachsenheim Richtfest des neuen Seniorenzentrums.

Richtspruch, Wein und dreifaches Hoch

Etwa 200 Gäste sind der Einladung gefolgt. Neben Vertretern der lokalen Politik und Kirche sind Kauf- und Mitinteressenten sowie Mitarbeitende der hier später wirkenden Betreiber anwesend. Matthias Günther, Geschäfstführer der FWD Hausbau GmbH begrüßt alle, nachdem die Stadtkapelle zünftig eröffnet hat. Das Bauprojekt mit Betreutem Wohnen, Pflegeheim und Kirchlicher Sozialstation Sachsenheim ist im Zeitplan. Der Eröffnung Ende des Jahres steht insofern nichts im Wege.

Die 24 Betreuten Wohnungen sind bereits verkauft, die 15 Appartements des "Betreuten Wohnens Plus" für stärker auf Hilfe angewiesene Senioren im Gebäude der Sozialstation sind zu 2/3 vergeben. Die Mietinteressenten vertröstet Herr Günther noch etwas.

Ziel des Bauvorhabens ist, den Senioren Sachsenheims von seniorengerechtem Wohnen über ambulante Versorgung bis hin zu stationärer Pflege vernetzte Altenhilfe vor Ort anzubieten. Bürgermeister Horst Fiedler freut sich auf das Angebot von 60 zusätzlichen Pflegeheimplätzen, die den Fehlbedarf der Kommune bis 2020 auf 50 Plätze minimieren wird. Für März/April kündigt er an, dass sich der Gemeinderat einer weitergehenden Versorgung im Kirbachtal widmen werde.

Vernetzt und kooperativ planen die diakonischen Betreiber Evangelische Altenheimat und Kirchliche Sozialstation ihr Angebot stationärer und ambulanter Pflege. Vorstandsvorsitzender Hans Kübler der Evangelischen Altenheimat betont, Pflege sei inzwischen in der Gesellschaft angekommen sowie in der Politik, wie die Koalitionsverhandlungen zeigten. "Alter, Pflege ist keine individuelle Angelegenheit und Schicksal mehr." Er dankt der Stadt für das Vertrauen und den Partnern für die gute Zusammenarbeit. Die Leitungen der Sozialstation und des Pflegeheims, das im Verbund mit dem Seniorenzentrum Spitalhof Münchingen geführt werden wird, seien schon lange vor der Eröffnung dabei, das Zusammenwirken zu gestalten.

Lothar Kämmle, Leiter der Kirchlichen Sozialstation, freut sich auf das neue Domizil, das dem Raumbedarf der wachsenden Sozialstation gerecht wird. Heute feiere man den Fortschritt des Baus. Wichtig sei aber letztlich "das, was darin lebt und geschieht". Pfarrer Dieter Hofmann der Evangelischen Kirchengemeinde fügt dem mit Salomons Worten hinzu: "Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten."

Dekan Reiner Zeyer als letzter Grußredner begrüßt den Meilenstein nach nur einem Jahr nach Spatenstich, der auch ein Meilenstein für die Kommune sei. Hier entstehe "ein Ort der deutlich macht, dass alte Menschen zu unserer Gesellschaft gehören". Ein Pflegeheim heute sei eine humanitäre Einrichtung und stehe für eine Gesellschaft, die alte Menschen sichtbar mache.

Gut informiert und mit kalten Füßen drängen die Besucher zur abschließenden Einkehr in den im Innern offenen aber zum Glück mit Fenstern nach außen verschlossenen Bereich der späteren Sozialstation-Räume. Dort bietet das "Holderbüschle" Speis und Trank.